Niemals die Hunde aus Pfützen trinken lassen!

 

Dieser Sommer ist sehr heiß.
Es gibt immer öfter extreme Hitzeperioden.
Abgesehen von den schon bekannten Problemen für Hunde während sehr hoher Temperaturen gibt es noch eine enorme Gefahr auf die ich jetzt intensiv hinweisen will:

Die-wenn man nicht aufpasst-TÖDLICHEN Auswirkungen wenn Hunde unbesorgt aus Wasserlachen trinken!
Speziell jetzt in Zeiten des Klimawandels wird dieses Verhalten immer mehr zum Problem, für das Tier aber auch für den Menschen!

Lasst mich nun ins Detail gehen, weshalb ich nun so eindringlich davor warne die Hunde aus scheinbar völlig ungefährlichen Wasserpfützen trinken zu lassen:

Im Sommer

Besonders große Gefahr im Sommer!
In der warmen/heißen Jahreszeit lauern in den Pfützen LEBENSGEFÄHRLICHE Krankheitserreger und Giftstoffe.
Die ungehemmte Vermehrung wird durch die hohen Temperaturen immer mehr begünstigt.

Gefahren der Wasserlachen-speziell im Sommer

(Aber auch in den übrigen Jahreszeiten)

  • LEPTOSPIREN:
    Bakterien die sich rasant im warmen, stehendem Wasser vermehren.
    Verursachen LEPTOSPIROSE beim Hund.
    Kann zu akutem Nieren und Leberversagen führen.
    AUCH AUF DEN MENSCHEN ÜBERTRAGBAR!

  • GIARDIEN, PARASITEN:
    Überleben im Sommer wochenlang in den Lachen.
    Lösen heftigen, blutigen Durchfall aus, Erbrechen, starker Gewichtsverlust
    GIARDIEN SIND AUCH AUF MENSCHEN ÜBERTRAGBAR!

  • CHEMISCHE GIFTSTOFFE:
    besonders auf Feldwegen gelangen oft durch Regen hochgiftige Düngemittel oder Pestizide in die Pfützen.
    Im städtischem Gebiet lauern Rückstände von giftigem Motoröl.

  • BLAUALGEN:
    In warmen, flachen Tümpeln oder großen Pfützen anzutreffen.
    Für HUNDE HOCHGIFTIG!
    Innerhalb kürzester Zeit TÖDLICH!

Wie schützt man den Hund?

  • LEPTOSPIREN:
    Impfung.
    Bestandteil der Standardimpfung.
    Schutz vor schweren Nieren und Leberschäden.

  • GIARDIEN, PARASITEN:
    Strenge Hygiene.
    Tägliche Reinigung der Wasserschüssel.
    Nicht aus Pfützen trinken lassen.
    Unterbinden von Kotfressen.

  • BLAUALGEN:
    Kein Kontakt mit blaugrün verfärbten, schlierenbildendem Wasser.
    Hunde abhalten dieses Wasser zu trinken.

Symptome nach dem Trinken aus der Pfütze

  • LEPTOSPIREN:
    Fieber
    Mattigkeit
    Erbrechen
    Durchfall
    Starker Durst
    Gelbe Schleimhäue an Augen, Lefzen
    Husten, Atemnot

  • GIARDIEN, PARASITEN:
    Kotveränderung
    Auffallend überlriechender, ranziger Kot
    Blähungen, kolikartige Bauchschmerzen, Darmgeräusche
    Erbrechen
    Gewichtsabnahme
    Heißhunger
    Müdigkeit

  • BLAUALGEN:
    AKUTER NOTFALL!
    Beschwerden treten oft innerhalb von 30 Minuten auf!
    Sofort zum Tierarzt!

    Starkes Speicheln
    Erbrechen, Übelkeit
    Durchfall (blutig)
    Muskelzittern, spastische Krämpfe
    Koordinationsstörungen, Schwäche, taumeln
    Unruhe, Desorientierung
    Lähmungserscheinungen oder Bewusstlosigkeit
    Blasse oder bläulich-violette Schleimhäute
    Gelbsucht (Leberschäden)
    Atemnot oder Kreislaufkollaps

Behandlungen nach dem Trinken aus der Pfütze

  • LEPTOSPIREN:
    Stationäre Aufnahme
    Antibiotikabehandlung
    Infusionen (gegen Flüssigkeitsverlust und für Unterstützung der Nieren)
    Medikamente gegen Übelkeit
    Magenschutz, Leberschutzmittel
    Dialyse

    BEIM MENSCHEN:
    Handschuhe
    Schutzkleidung bis das Antibiotikum wirkt

  • GIARDIEN, PARASITEN:
    Medikamente: Fenbendazol, alternativ Metronidazol
    Alle im Haushalt lebenden Tiere behandeln
    Kontrolluntersuchung
    Kohlenhydratarmes Futter
    Darmflora aufbauen

    GEGEN REINFEKTION:
    Kot entfernen
    Fress- und Trinknäpfe täglich mit kochendem Wasser reinigen oder in Spülmaschine bei über 65 Grad auswaschen

    Textilien bei mindestens 65 Grad in Waschmaschine waschen
    Fellreinigung (baden, besonders Anal- und Pfotenbereich)

  • BLAUALGEN:
    ABSOLUT LEBENSGEFÄHRLICHER NOTFALL!
    Es gibt kein Gegengift!
    Sofort zum Tierarzt oder in die Tierklinik!

    Wasser aus dem getrunken oder gebadet wurde sofort meiden
    Fell abwaschen
    Aktivkohle-Tabletten geben

    IN DER TIERKLINIK:
    Entgiftung: Auslösung von Erbrechen oder Magenspülung, Aktivkohle-Tabletten

    Infusionen
    Medikamente gegen Durchfall, Krämpfe, Zittern und zur Unterstützung der Atmung und Leber

    Intensivüberwachung (über 24 Stunden oder länger stationär)

Wie erkenne ich Blaualgen?

  • Das Wasser wirkt intensiv grünlich, blaugrün oder olivgrün.
    Schlierenbildung, wolkenartige Gebilde oder dichte Algenteppiche

  • Geringe Sichttiefe: Wenn man im KNIETIEFEN Wasser steht muss man die eigenen Füße erkennen können

  • Muffiger Wassergeruch
    Schaumbildung, grünlich oder bräunlich
    Tote Fische oder Wasservögel

    WARNUNGEN BEACHTEN UND BEFOLGEN!

Wie kann man vorbeugen?

Um gar nicht erst in diese schlimmen Situationen zu kommen gibt es verschiedene Vorbeugungs-Massnahmen:

Eigenes Wasser mitnehmen. Es gibt praktische Wasserflaschen mit integrierter Trinkschale.

Bevor der Hund auch nur ansetzt aus so einer verunreinigten Pfütze zu trinken sollte man ihn konsequent wegziehen, begleitet mit einem klarem Kommando!

Stattdessen zu einem fliessenden, klarem Bach führen.

Den Impfschutz unbedingt überprüfen!

Wenn der Hund die ersten Symptome zeigt sofort zum Tierarzt!

Gefahren in den übrigen Jahreszeiten

  • HERBST:
    Das Wasser verdunstet während kühlerer Temperaturen kaum.
    Es sammeln sich über die Wochen Keime, Giardien und Bakterien an.
    Mäuse-Urin.
    Die Gefahr von LEPTOSPIREN bleibt hoch.

    Durch VERROTTENDES HERBSTLAUB wird das Pfützenwasser zu einer gärenden Keimsuppe.
    Es könnten giftige Pflanzenteile in die Lacke gelangt sein.

  • MILDE WINTER:
    In den jetzigen großteils milden Wintertemperaturen sterben LEPTOSPIREN und GIARDIEN nicht ab.

    Die größte Gefahr sind FROSTSCHUTZMITTEL und Streusalz.
    Frostschutzmittel schmeckt für Hunde sehr verlockend süss, ist aber ABSOLUT TÖDLICH!
    (Akutes Nierenversagen!)

  • FRÜHLING:
    Die steigenden Temperaturen sorgen für eine rasante Vermehrung der Bakterien und Parasiten.

    Der Regen wäscht die von den Bauern frisch aufgebrachte Gülle, den Kunstdünger und das Spritzmittel vom Feld in die Pfützen der Feldwege.

Besondere Tücken im Herbst/Frühling

Während im Sommer viele Pfützen durch Algen und Schlamm schon unappetitlich aussehen, wirken sie im Herbst/Frühling durch mehr Regen täuschend klar und frisch.

Das  ist kein Schutz vor Bakterien noch vor hochgiftigen Chemikalien wie Motoröl oder Frostschutzmittel.

Fazit

Niemals Hunde aus stehenden Pfützen trinken lassen!
Zu JEDER Jahreszeit!

Immer Trinkwasser mitführen!

Zu fliessendem, klarem Bach führen!

Wenn Ihr mit Eurem Hund zum Badestrand aufbrecht unbedingt die Wasserqualität überprüfen!

So steht einem unbeschwertem Plantschvergnügen nichts mehr im Wege...

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