Nach all den vielen Geschichten über unseren Border Collie Moriz darf Ogy, sein unerschütterlicher alter Kumpel, auf keinen Fall zu kurz kommen.
Denn Ogy, dieser treue Mischlingshund aus dem Tierheim Wien-Vösendorf, zeigt uns jeden Tag, wie man trotz schwerer Einschränkungen liebevoll, ergeben und lebensfroh bleiben kann.

Im Februar 2026 wurde Ogy elf Jahre alt.
Im Jahr 2019 sahen wir sein Bild auf der Website des Tierheims und verliebten uns sofort in den kleinen Kerl. Damals hatten wir noch keine Ahnung von dem schweren Schicksal, das er bereits in jungen Jahren ertragen musste.
Ich möchte hier nicht noch einmal ausführlich darauf eingehen.

In Ogys Porträt auf dieser Website habe ich seine Geschichte so gut geschildert, wie ich es vermochte.

Ich kann nur immer wieder sagen: Ogy ist der absolute Traumhund.
Trotz der schlimmen Qualen, die er erdulden musste, hat er seine Liebe zu den Menschen und seine Fröhlichkeit nie verloren. Er sieht mit seinem Herzen. Und dieses Herz kann man nicht mit Gold aufwiegen.

Als er zu uns kam, war er vier Jahre jung – im besten Alter. Wir ahnten nicht, wie sehr sich diese kleine Hundeseele nach Frieden, Geborgenheit und Liebe sehnte.

DER UNERSCHÜTTERLICHE KAMERAD FÜR DIE WEISSE SCHÄFERHÜNDIN KIRA

Bevor wir Ogy im Tierheim Vösendorf zum ersten Mal kennenlernten, lebte der kleine Mischlingsrüde gemeinsam mit einer weißen Schäfermischlingshündin. Die beiden verstanden sich prächtig.

Doch eines Tages wurde die Hündin glücklich vermittelt, während Ogy zurückblieb. Niemand wollte den misshandelten und traumatisierten Hund aufnehmen. Dabei ließ sich Ogy seine Vergangenheit kaum anmerken.
Doch am Abend saß er nun allein in seinem Zwinger und dachte wohl an seine verlorene Freundin. Wo mochte sie jetzt sein?
Das Schicksal hatte diesmal jedoch Mitleid mit Ogy.

Einige Wochen später wurde er aus seinem Zwinger geholt. Meine Frau und ich warteten bereits auf ihn. Und noch jemand war dabei: unsere weiße Schäferhündin Kira.
Das Tierheim hatte uns erlaubt, sie zum ersten Kennenlernen mitzubringen, um zu sehen, ob sich die beiden verstehen würden.
Auf einer der großen Auslaufwiesen beschnupperten sie sich vorsichtig. Es dauerte nicht lange, bis das Eis gebrochen war.

Ogy erinnerte sich offenbar an seine verlorene weiße Hundefreundin und schloss Kira sofort ins Herz. Und Kira – die Seele der Güte – tat ihrem wunderbaren Wesen entsprechend dasselbe.
Die beiden wurden unzertrennlich.
Die Entscheidung war schnell gefallen: Ogy wurde unser neues Familienmitglied.

Er war damals vier Jahre alt, voller Energie und Lebensfreude. Kira, die Hausherrin unter den Tieren, war bereits sieben Jahre alt, nicht mehr ganz so verspielt und schon etwas ruhiger geworden.
Doch der kleine Ogy sorgte kurz nach seiner Ankunft bei uns in KIRAS HOME für eine regelrechte Verjüngungskur. Er neckte Kira, animierte sie zum Spielen und forderte sie heraus, so gut er konnte – trotz seiner bereits damals ausgeprägten Sehbehinderung.

Kira stieg bereitwillig darauf ein. Vielleicht spielten dabei sogar gewisse Mutterinstinkte eine Rolle. Ich kann es nicht genau sagen.
Es war jedenfalls immer herzerwärmend, den beiden beim Spielen und gemeinsamen Kuscheln zuzusehen.

Eines steht fest:
Ogy wurde bei uns für die unschuldig erlittenen Qualen seiner Welpen- und Jugendzeit entschädigt.
Das Schicksal fügte die weiße Schäferhündin Kira und den kleinen Mischlingshund Ogy zusammen.

BILD KARUSSELL DER JUNGE OGY UND DIE WEISSE SCHÄFERHÜNDIN KIRA

Es waren sechs wunderbare Jahre

OGY SIEHT MIT SEINEM HERZEN

Vom Tierheim wurden wir über Ogys angeborene Sehschwäche informiert.
Auf beiden Augen entwickelte sich bereits in jungen Jahren ein Katarakt, der leider immer weiter fortschritt.

Sein Augenleiden habe ich bereits in seinem Porträt und in einem eigenen Blogbeitrag beschrieben.

Leider hat sich die Erkrankung nicht, wie zunächst erhofft, zurückgebildet. Im Gegenteil: Wir haben den Eindruck, dass Ogy im Alter immer schlechter sieht.
Doch das scheint ihn kaum zu stören.

Für uns ist vor allem eines wichtig: Er darf keine Schmerzen haben.
Und das ist glücklicherweise nicht der Fall. Seine Augenprobleme verlaufen völlig schmerzfrei. Es wäre allerdings ein schwerer Schlag, wenn seine Augen aufgrund eines erhöhten Augeninnendrucks doch noch entfernt werden müssten.

In der Natur bewegt sich Ogy noch immer so, als würde er ganz normal sehen. Nur auf unbekannten Wegen geht er vorsichtig, langsam und überlegt vor. Oft prüft er ganz genau, wohin er seine Pfoten setzt.
Wenn er im Wald ein Hindernis, einen tief hängenden Ast oder etwas Ähnliches nicht rechtzeitig erkennt, warnen wir ihn:
„Vorsicht, kleiner Mann! Achtung!“
Er hört noch immer ausgezeichnet, bleibt stehen und umgeht die schwierige Stelle.
So meistert der tapfere kleine Kerl seine Behinderung mit Bravour.

Doch das Wichtigste ist: Die Liebe, die wir ihm schenken, sieht und empfängt er mit seinem goldenen Herzen.
Er verlangt keine Gegenleistung.
Er ist einfach da.
Ruhig. Zufrieden. Bescheiden. Glücklich.

Auch den plötzlichen und tragischen Verlust seiner Freundin Kira verarbeitete er tapfer und ohne zu klagen.
Wir gaben ihm die Liebe, die er brauchte, um mit ihrem Tod zurechtzukommen. Vergessen hat er dieses Drama natürlich nicht. Wer könnte das?
Doch er verlor weder seinen Lebensmut noch seine Fröhlichkeit oder seine Liebe zu Menschen und Artgenossen.

Und deshalb konnten wir einen neuen Freund in KIRAS HOME aufnehmen.

DER GELASSENE, IMMER GEDULDIGE KUMPEL FÜR MORIZ

Eigentlich wollten wir erneut eine weiße Schäferhündin für Ogy finden.
Doch wir hatten den völlig unerwarteten Verlust von Kira noch nicht verarbeitet. Was ich auch versuchte – es wollte einfach nicht gelingen.
Heute, ein Jahr später, glaube ich zu wissen: Das Schicksal hatte andere Pläne.

Auf der Homepage des Tierheims Wiener Neustadt entdeckten wir eine entzückende Border-Collie-Hündin mit ihren drei Welpen.
Wie der kleine Border Collie Moriz schließlich in unser Leben trat, könnt ihr HIER  nachlesen.

Ogy nahm den kleinen Wirbelwind mit stoischer Gelassenheit in Empfang.
Doch nun waren die Rollen vertauscht. Jetzt war Ogy der Ältere. Nicht mehr ganz so verspielt und voller Bewegungsdrang wie früher.
Im Porträt von Moriz könnt ihr auf zahlreichen Videos sehen, wie sich das welpentypische Gerangel für Ogy gestaltete.

Ich gebe zu: Manchmal musste ich eingreifen.
Ogy war es gewohnt, mit der älteren Kira zusammenzuleben. Sie forderte ihn körperlich kaum noch heraus. Alles hatte sich in gemütliche Bahnen eingespielt.
Und nun dieser Wandel.
Von Zeit zu Zeit wurde ihm das Temperament des kleinen Border Collies einfach zu viel. Dann zog er sich zurück.
Doch der verspielte, vor Lebensfreude sprühende Moriz konnte das zunächst nicht verstehen. Immer wieder versuchte er, den alten „Onkel“ Ogy zum Spielen zu bewegen.
Ich merkte, dass ich hier etwas lenkend eingreifen musste.
Danach gab es keine Probleme mehr.

Bis heute – und Moriz wird bald ein Jahr alt – unterwirft er sich respektvoll dem älteren Ogy. Er rollt sich vor ihm auf den Rücken und leckt ihm die Lefzen.
Es gibt keinerlei Aggressionen zwischen den beiden.
Und das ist wunderschön.
Ogy hat seinen neuen Kumpel gefunden und ihn in sein großes Herz geschlossen.

So lebt unser kleiner Mischlingshund bei uns.
Bis heute wissen wir nicht genau, welche Rassen sich in ihm vereinen.
Er liebt das Wasser und geht für sein Leben gern schwimmen. Beim Spaziergang neigt er außerdem dazu, auf eigene Entdeckungstouren zu gehen.
Wir vermuten, dass ein Teil Golden Retriever in ihm steckt. Aber das ist nur eine Vermutung.
Der Rest?
Das weiß wohl nur Gott.
Und eigentlich spielt es keine Rolle.

So weit es möglich ist nehmen wir Ogy überall dorthin mit wo auch sein junger Freund Moriz uns begleiten darf.
Doch seine panische Angst vor glatten Böden hat er leider bis heute nicht überwunden. Wir können nur mutmaßen was ihm damals-in der Welpen und Jugendzeit-passiert ist.
Wurde er auf glatten Untergründen misshandelt, aus dem Haus gejagt, es wurde sogar seitens des Tierheimes gemunkelt er wurde auf solchen Böden sexuell missbraucht.

Wie oder was auch immer, bei Objekten wo solche glatten Böden vorherrschen muss er leider zu Hause bleiben.
Dort gefällt es ihm sowieso besser.
Zur Gesellschaft hat er noch unsere fünfköpfige Katzenfamilie. Er ist nie ganz allein.
Jedoch Wanderungen mit Ogy, danach das Plantschen im Bach, ja sogar Gasthaus-Besuche, alles absolut kein problem.

Ogy gehört zu uns.
Für immer.
Bis zum letzten Schlag seines goldenen Herzens.
Von dem wir hoffen, dass er noch sehr lange auf sich warten lässt.

BILD KARUSSELL OGY UND DER BORDER COLLIE MORIZ

GESUNDHEITSVORSORGE FÜR UNSEREN SENIOR OGY

Ogy ist für sein Alter noch erstaunlich fit.
Jetzt ist bald wieder ein großes Blutbild fällig. Die bisherigen waren völlig unauffällig, die Tierärztin meinte sie hat noch selten bei einem älteren hund ein so schönes Blutbild gesehen.

Auch zeigt der kleine, tapfere Senior keinerlei Anzeichen von Spondylosen oder anderen Gelenkserkrankungen wie es bei seiner Freundin Kira leider der Fall war.

Natürlich rennt er nicht mehr so stürmisch wie in seiner Jugend.
Er döst gerne im schattigem Garten oder im Haus in seinem kühlen Zimmer.
Zur Gelenksunterstützung bekommt er einmal täglich DASUQUIN-ein Ergänzungsfuttermittel für Hunde.

Das war´s aber auch schon.
Klopfen wir auf Holz, damit es noch sehr lange so bleibt.

BILD KARUSSELL OGY DER LEHRER FÜR MORIZ

EIN PLÄDOYER FÜR DIE MISCHLINGSHUNDE

Dieser Beitrag ist zugleich ein Plädoyer für die vielen ausgesetzten und übersehenen Mischlingshunde.
Sie sind ebenso treue, kluge und liebevolle Begleiter wie ihre rassereinen Artgenossen – vielleicht manchmal sogar noch ein wenig mehr.

Besonders dann, wenn man sie aus dem Tierheim in ein liebevolles und verständnisvolles Zuhause holt.
Sie sind Botschafter der Liebe, der Treue und der Dankbarkeit.
Den Rassehunden stehen sie in nichts nach.
Bitte schaut auch in die Tierheime.
Dort könnt ihr den vierbeinigen Freund oder die vierbeinige Freundin fürs Leben finden.

Es stimmt schon zum Teil, die Tierheim-Hunde können nach schlimmen Erlebnissen traumatisiert sein. So wie Ogy.
Doch mit viel Liebe, Einfühlungsvermögen und Beschäftigung können diese Tiere ihre schlimmen Erlebnisse großteils vergessen.
Ein seriöses Tierheim ermöglicht vieles:
Den Hund zu besuchen, ihm vielleicht sogar „probewohnen“ zu lassen, wenn vorhanden, den vorhandenen Hund und andere vierbeinige Familienmitglieder kennenzulernen…
Man kann das Risiko so sehr minimieren.

Wenn ein Hund aus so einem Tierschutz-Haus sein Herz öffnet, so ist das für immer und ewig.

Ich weiß genau, wovon ich schreibe.

VIDEO: OGY DER TREUE BEGLEITER

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